Lokale Verzeichnisse und Online-Branchenbücher: So trägst Du Deinen Betrieb ein
SEOVeröffentlicht am Aktualisiert am Lesezeit ca. 8 MinutenVon Felix Fischer
Lokale Verzeichnisse und Online-Branchenbücher listen Betriebe nach Ort: mit Telefonnummer, Leistungen, Öffnungszeiten und oft mit Bewertungen. Für Handwerker zählen vor allem Kartendienste, Bewertungsportale und die Handwerkersuche der Kammer. Ich habe fünf Eintragswege an den offiziellen Hilfeseiten geprüft. Hier siehst Du, wie Du Dich einträgst, in welcher Reihenfolge und was die Einträge für Google bedeuten.
Welche Online-Verzeichnisse für Handwerker zählen?
Ein lokales Verzeichnis zeigt Betriebe zu einer Suche mit Ortsbezug, etwa „Fliesenleger Bielefeld“. Drei Arten sind für Dich wichtig:
Kartendienste: Google Maps mit dem Google Unternehmensprofil, Bing mit Bing Places for Business und Apple Karten mit Apple Business.
Online-Branchenbücher und Bewertungsportale: allgemeine Branchenverzeichnisse wie Yelp, auf denen Kunden Betriebe auch bewerten.
Die Handwerkersuche Deiner Kammer: ein lokales Branchenverzeichnis für Mitgliedsbetriebe (so bei den beiden geprüften Kammern Düsseldorf und Region Stuttgart).
Zwei Namen haben sich geändert. Google My Business heißt heute Google Unternehmensprofil. Aus Apple Business Connect wurde am 14. April 2026 Apple Business, die alten Daten sollten laut Apple automatisch übernommen werden (Apple Newsroom).
Online-Branchenverzeichnis oder Kartendienst: fünf Eintragswege im Vergleich
Alle fünf Grundeinträge kosten nichts, bei der Kammer gilt das für Mitgliedsbetriebe. Unterschiede gibt es beim Einstieg, bei der Bestätigung und bei der Frage, ob Deine Adresse sichtbar sein muss.
Offizielle Eintragswege für Handwerksbetriebe. Eigene Zusammenstellung aus den Hilfeseiten von Google, Bing, Apple, Yelp und der Handwerkskammern Düsseldorf und Region Stuttgart, Stand 31.10.2026.
Plattform
Einstieg
Bestätigung
Ohne Ladenlokal
Google Unternehmensprofil
business.google.com/add
Google wählt: Telefon, SMS, E-Mail, Video oder Postkarte
Einzugsgebiet statt Adresse
Bing Places for Business
bing.com/forbusiness, Import aus Google möglich
PIN per SMS, Anruf, E-Mail oder Brief
Adresse nötig, aber ausblendbar
Apple Business
business.apple.com
Prüfung durch Apple; bestehender Standort per Anruf mit Code
Geld verlangen meist Dienstleister, die Einträge für Dich anlegen oder verwalten. Google rät, vorher eine Vertragsfassung mit allen Leistungen und Kosten anzufordern. Eine bessere Platzierung können solche Anbieter laut Google weder versprechen noch direkt beeinflussen (Unternehmensprofil-Hilfe).
Schritt für Schritt: Betrieb in lokale Verzeichnisse eintragen
Vorhandene Einträge suchen. Such Deinen Betrieb in Google Maps, bei Bing und in Apple Karten, bevor Du etwas anlegst. Ein vorhandener Eintrag wird beansprucht, nicht verdoppelt. Google sieht nur ein Profil pro Unternehmen vor (Google-Richtlinien).
Stammdaten-Zettel anlegen. Firmenname, Adresse oder Einzugsgebiet, Telefonnummer, Website, Öffnungszeiten und Hauptkategorie kommen in eine Datei. Aus ihr kopierst Du in jedes Formular, statt jedes Mal neu zu tippen. Den Namen schreibst Du so, wie er auf Fahrzeug und Briefpapier steht. Welche Zusätze Google im Namen nicht erlaubt, steht in der Anleitung zum Google Unternehmensprofil.
Google Unternehmensprofil anlegen. Das ist der Eintrag, der bei Google in Suche und Karte erscheint. Anlegen und Bestätigen erkläre ich in der Anleitung zum Google Unternehmensprofil für Handwerker.
Bing Places aus Google übernehmen. Bing importiert ein Google-Profil und gleicht es danach wöchentlich, alle zwei Wochen oder monatlich ab. Ist das Google-Profil bestätigt, bestätigt Bing den Import automatisch. Prüf danach die Kategorien, denn sie werden nicht immer übernommen. Vorsicht: Laut Bing kann der Import doppelte Einträge erzeugen, und ein verknüpfter Eintrag lässt sich nur über Google ändern (Bing-Hilfe).
Apple Business einrichten. Unter business.apple.com bestätigst Du zuerst Deine Organisation. Danach fügst Du den Standort hinzu oder beanspruchst ihn, wenn er in Apple Karten schon auftaucht. Ob Apple Deine Adresse ausblenden kann, habe ich in der Hilfe nicht gefunden; arbeitest Du von zu Hause aus, kläre das vor dem Eintrag.
Kammer und Portale ergänzen. Frag Deine Handwerkskammer nach ihrer Handwerkersuche. Bewertungsportale wie Yelp beanspruchst Du per Telefonbestätigung. Weitere Branchenportale nimmst Du dazu, wenn Kunden Dir sagen, dass sie Dich dort gefunden haben.
Um ehrliche Bewertungen bitten. Bitte alle Kunden um eine Bewertung, etwa mit Link oder QR-Code. Nach Googles Regeln sind Anreize verboten, ebenso die gezielte Bitte um positive Bewertungen (Google-Richtlinie). Wie Du Kunden dafür kontaktierst, berührt auch rechtliche Fragen, die ich hier nicht prüfe.
Die Reihenfolge spart Tipparbeit: Bing bietet selbst an, ein bestehendes Google-Profil zu importieren (Schritt 4). Was dort sauber steht, musst Du bei Bing nicht noch einmal eintippen. Danach folgen Apple und die Kammer. Wie Du auf Bewertungen antwortest, findest Du im Beitrag Bewertungen im Handwerks-Marketing.
Warum Deine Daten überall gleich sein sollten
Google baut Dein Unternehmensprofil nicht nur aus Deinen eigenen Angaben. Laut Hilfe fließen auch Inhalte von Websites und lizenzierte Daten von Drittanbietern ein (Unternehmensprofil-Hilfe). Widersprechen diese Quellen Deinem Profil, kann Google es ändern. Solche Änderungen sind im Profil blau markiert.
Auf Änderungsvorschläge von Dritten hast Du vier Tage Zeit. Danach kann Google sie veröffentlichen, wenn andere öffentliche Informationen sie bestätigen, zum Beispiel Deine Website (Google-Updates für Profile). Deshalb lohnt es sich, alte Einträge mit überholter Nummer oder Adresse zu korrigieren.
Bing wird deutlicher: Name, Adresse, Telefonnummer und Website sollen überall im Netz gleich lauten und stimmen (Bing Places). Eine Google-Aussage, dass gleiche Daten in fremden Verzeichnissen das Ranking verbessern, habe ich auf den geprüften Hilfeseiten nicht gefunden.
Bringen Links aus Branchenverzeichnissen etwas für SEO?
Einträge in Branchenverzeichnissen gelten manchmal als wertvolle Backlinks, also Links von anderen Websites auf Deine. Googles Hilfe nennt verweisende Websites als einen Faktor, Verzeichnisse aber nicht ausdrücklich. Für lokale Ergebnisse nennt Google Relevanz, Entfernung und Beliebtheit. Zur Beliebtheit zählt unter anderem, wie viele Websites auf ein Unternehmen verweisen (Google-Hilfe zum lokalen Ranking). Verzeichnisse erwähnt die Seite nicht.
Dafür stehen Links aus minderwertigen Verzeichnis-Websites und übermäßiger Linktausch in Googles Spamrichtlinien als Beispiele für Link-Spam. Ist ein Link als „nofollow“, „ugc“ oder „sponsored“ gekennzeichnet, folgt Google ihm laut eigener Dokumentation in der Regel nicht (Google Search Central).
Bing sieht es etwas anders: Dort zählt es als Zeichen von Beliebtheit, wenn ein Unternehmen oft im Web genannt wird (Bing-Ranking). Mein Rat für beide Suchmaschinen: Trag Dich dort ein, wo Kunden Dich finden können und Deine Daten stimmen sollen. Pakete, die Dir möglichst viele Links versprechen, und Linktausch ohne inhaltlichen Grund lässt Du weg.
Einträge pflegen und messen
Änderungen sofort eintragen: neue Nummer, neue Zeiten, Betriebsurlaub. Google prüft Änderungen meist innerhalb von zehn Minuten, in Einzelfällen dauert es bis zu 30 Tage (Google-Hilfe).
Bei Bing nicht ständig nachbessern: Häufige Änderungen können die Prüfung verzögern. Bei Umzug oder neuem Firmennamen legst Du ein neues Listing an und markierst das alte als geschlossen (Bing Places FAQ).
Kammer-Eintrag selbst aktuell halten: Die HWK Düsseldorf schreibt: „Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben sind die Handwerksbetriebe selbst verantwortlich.“ Änderungen meldest Du dort per E-Mail (HWK Düsseldorf).
Einmal im Monat nachsehen: Bestätigte Google-Profile zeigen unter „Leistung“, wie Kunden reagieren; was dort steht, erklärt die Anleitung zum Google Unternehmensprofil. Apple Business zählt ähnliche Aktionen unter „Einblicke“.
Steigen Aufrufe und Anrufe, nachdem Du einen Eintrag ergänzt hast, siehst Du dort den Unterschied. Ob mehr Besucher auf der Website ankommen, zeigt Dir die Google Search Console.
Häufige Fragen zu lokalen Verzeichnissen
Was mache ich mit einem Eintrag, den ich nicht selbst angelegt habe?+
Beanspruch ihn, statt einen neuen anzulegen. Bei Google geht das in Google Maps über „Inhaberschaft für dieses Unternehmen geltend machen“, bei Bing suchst Du Deinen Betrieb zuerst auf Bing und übernimmst ihn dann. Verwaltet bei Apple jemand anderes Deinen Standort, reichst Du Belege ein; die Prüfung dauert laut Apple bis zu fünf Werktage.
Wie lange dauert es, bis mein Eintrag zu sehen ist?+
Das hängt von der Plattform ab. Bei Bing kommt die PIN-Postkarte meist nach fünf bis sechs Tagen, je nach Ort nach bis zu zwölf Werktagen. Veröffentlicht wird außerhalb Nordamerikas bis zu zwei Wochen nach der Prüfung. Apple, Yelp und die Kammern nennen dafür keine Dauer. Googles Fristen stehen in der Anleitung zum Google Unternehmensprofil.
Muss ich mich in jedes Verzeichnis einzeln eintragen?+
Nicht in jedes. Bing Places übernimmt Dein Google-Profil per Import und gleicht es regelmäßig ab. Bei der Handwerkskammer Düsseldorf erscheint der Eintrag aus der Handwerkersuche automatisch auch in der App „Handwerkerradar“. Google, Apple und Yelp richtest Du jeweils selbst ein, die Stammdaten aus Deiner Datei sparen dabei Zeit.
Stand der Anleitung: geprüft am 31. Oktober 2026 an den Hilfeseiten von Google, Bing, Apple und Yelp sowie an den Handwerkersuchen der Handwerkskammern Düsseldorf und Region Stuttgart. Die Anbieter ändern Namen, Wege und Fristen von Zeit zu Zeit; maßgeblich ist die jeweils aktuelle Hilfe.