Keyword-Recherche für Handwerker: So findest Du die Suchbegriffe Deiner Kundschaft

SEOVeröffentlicht am Lesezeit ca. 9 MinutenVon

Keyword-Recherche heißt herauszufinden, mit welchen Wörtern Deine Kundschaft bei Google nach Deiner Leistung sucht und wie oft. Für einen Handwerksbetrieb reichen dafür drei Werkzeuge von Google: die Suchvorschläge, der Keyword-Planer und die Search Console. Am Ende steht eine Liste, in der jeder wichtige Suchbegriff genau eine passende Seite auf Deiner Website hat.

Sechs Suchmuster am Beispiel Klempner: Was Kunden eintippen

Kunden tippen nicht nur den Beruf ein. Oft hängen sie einen Ort an, beschreiben den Schaden oder fragen nach dem Preis. Jedes Muster verrät eine andere Absicht, und jede Absicht braucht auf Deiner Website eine eigene Antwort.

Sechs Arten, einen Klempner zu suchen. Eigene Erhebung, Abruf September 2026 über DataforSEO (Google-Ads-Daten). Gezählt für ganz Deutschland, gemittelt über September 2025 bis August 2026. Preis je Klick umgerechnet aus US-Dollar (EZB-Kurs vom 30. Oktober 2026: 1 € = 1,1172 US-Dollar).
SuchmusterBeispielSuchen pro MonatØ KlickpreisWas die Suche verrät
nur der Berufklempner18.1005,16 €gemischt: Betriebssuche, Jobsuche, Neugier
Beruf + Näheklempner in der nähe5.4003,88 €sucht einen Betrieb im Umkreis
Schadenrohrbruch2.40010,05 €hat ein Problem, sucht Hilfe oder erst Infos
Beruf + Notfallklempner notdienst1.6008,09 €braucht sofort jemanden
Beruf + Ortsnameklempner bielefeld3905,75 €nennt den Ort selbst
Beruf + Preisklempner kosten1702,23 €plant und vergleicht noch
So habe ich gemessen

Eigene Erhebung, Abruf September 2026 über DataforSEO (Google-Ads-Daten), Standort Deutschland, Sprache Deutsch. Jede Suchzahl ist ein von Google gerundetes Mittel über zwölf Monate, hier September 2025 bis August 2026; ähnliche Schreibweisen fasst Google dabei zusammen. Klickpreise sind Durchschnittswerte, von US-Dollar in Euro umgerechnet. Suchen mit Ortsnamen sind bundesweit gemessen, weil der Ortsname sie schon verortet. „Kein Wert“ heißt: Google liefert für diese Suche keine Zahl. Die Muster und Beispiele habe ich ausgewählt; sie sind keine Vollzählung aller Klempner-Suchen.

So liest Du die Tabelle: Die größte Zahl hat der Beruf allein, doch dahinter können auch Jobsuchende und Neugierige stecken. Am Klickpreis siehst Du, wie viel Werbetreibende durchschnittlich für einen Klick auf diese Suche gezahlt haben. Beim Notdienst war es mehr als dreimal so viel wie bei der Preisfrage – ein Hinweis, wie nah eine Suche am Auftrag liegt, kein Beweis. Ähnliche Muster zeigen sich in anderen Gewerken, etwa „dachdecker notdienst“ oder „elektriker in der nähe“.

Suchbegriffe sammeln: erst die Wörter Deiner Kunden, dann Googles Vorschläge

Die Liste beginnt nicht im Werkzeug, sondern in Deinem Betrieb. Wer sich mit einem Thema auskennt, sucht mit anderen Wörtern als ein Laie, schreibt Google im SEO-Startleitfaden. Dein Kunde kennt Deinen Beruf, aber nicht Dein Fachvokabular.

  1. Leistungen in Kundenworten aufschreiben. Notiere jede Leistung so, wie Kunden sie am Telefon nennen. Ein Beispiel: Auf Deiner Website steht „Sanitärinstallation“, der Anrufer sagt „Klempner“ oder „Rohr undicht“.
  2. Anfragen durchsehen. Schreib aus E-Mails und Gesprächsnotizen der letzten Monate die Wörter heraus, mit denen Kunden ihr Problem beschreiben. Namen und Adressen gehören nicht auf die Liste.
  3. Suchvorschläge von Google notieren. Tippe Deinen Beruf in die Google-Suche und schreib auf, was Google ergänzt. Die Vorschläge spiegeln laut Google-Suche-Hilfe „tatsächliche Suchanfragen bei Google wider“, hängen aber auch von Ort, Trends und früheren Suchen ab. Wie oft gesucht wird, zeigen sie nicht.
  4. „Ähnliche Fragen“ mitnehmen. Zeigt Google zu Deiner Suche den Kasten mit Fragen anderer Suchender, notiere die Fragen als Stoff für Ratgeber- und FAQ-Texte.

Am Ende hast Du eine Rohliste wie ein unbepreistes Leistungsverzeichnis: alle Positionen, noch ohne Mengen.

Keyword-Planer: Suchvolumen für Deine Region abrufen

Die Mengen liefert der Keyword-Planer von Google Ads. Er schätzt, wie oft im Monat nach einem Begriff gesucht wird, also das Suchvolumen. Dazu zeigt er, was ein Anzeigenklick im Schnitt kostet (Google-Ads-Hilfe). Voraussetzung ist ein fertig eingerichtetes Google-Ads-Konto mit Zahlungsdaten. Das Anlegen erklärt Schritt für Schritt die Einführung in Google Ads für Handwerker.

  1. Planer öffnen. Im Google-Ads-Konto wählst Du im Menü „Tools“ den „Keyword-Planer“.
  2. „Suchvolumen und Prognosen abrufen“ wählen. Dort fügst Du Deine Rohliste ein oder lädst sie als Datei hoch. Weitere Keywords finden kannst Du über „Neue Keywords entdecken“.
  3. Standort auf Dein Einzugsgebiet stellen. Eintragen lässt sich ein Land, eine Region oder eine Stadt (Google-Ads-Hilfe). Erst dann gelten die Zahlen für Deine Region.
  4. Spalte „Durchschn. Suchanfragen pro Monat“ lesen. Standardmäßig ist das ein Mittel über zwölf Monate. Die Werte sind gerundet und schließen ähnliche Varianten eines Begriffs ein (Google-Ads-Hilfe).
  5. Saison prüfen. Über den Zeitraum siehst Du, in welchen Monaten ein Begriff gefragt ist. „klempner notdienst“ lag im Dezember 2025 bei 2.400 Suchen, im März 2026 bei 1.300.

Ohne Ads-Konto hilft für einen ersten Überschlag das kostenlose Keyword-Tool für Handwerker: Gewerk wählen, Ort eintragen, ohne Anmeldung. Es rechnet mit fest hinterlegten Suchbegriffen je Gewerk und ersetzt Deine eigene Liste nicht.

Willst Du die Begriffe später für Anzeigen nutzen, braucht jeder eine Keyword-Option. Sie legt fest, wie genau eine Suchanfrage zum Begriff passen muss, damit Deine Anzeige infrage kommt (Google-Ads-Hilfe).

Gewerk plus Ortsname: Warum der Planer bei kleinen Orten oft nichts zeigt

Naheliegend ist, den eigenen Ort an das Gewerk zu hängen. Die Zahlen dafür fallen schnell, wie zwei Gewerke in sieben Orten aus Nordrhein-Westfalen zeigen.

Gewerk plus Ortsname, bundesweit gemessen. Eigene Erhebung, Abruf November 2026 über DataforSEO (Google-Ads-Daten). Gemittelt über September 2025 bis August 2026 wie die übrigen Zahlen dieses Beitrags.
Ort„klempner“ + Ort„dachdecker“ + Ort
Bielefeld390880
Gütersloh110320
Lüdenscheid90320
Kleve30170
Coesfeld20140
Monschaukein Wert50
Hallenbergkein Wert10

Bielefeld kommt auf 390 Klempner-Suchen im Monat, Coesfeld auf 20, Monschau und Hallenberg auf keinen Wert. Das deckt sich mit der Hilfe: Begriffe mit sehr geringem Suchvolumen zeigt der Planer nicht an (Google-Ads-Hilfe).

Dass Google für Hallenberg keine Zahl zum Klempner liefert, heißt nicht, dass dort niemand einen sucht. Wer dort einen braucht, tippt vielleicht nur „klempner“ oder „klempner in der nähe“. Bei lokalen Ergebnissen berücksichtigt Google, wie weit ein Betrieb vom Suchenden entfernt ist, auch ohne geteilten Standort (Unternehmensprofil-Hilfe). Stell im Planer deshalb Deine Region als Gebiet ein, statt nur Ortsnamen abzufragen.

Eine Seite je Nachbarort folgt daraus nicht. In seinen Spam-Richtlinien führt Google aufgezählte Städte und Regionen im Text als Beispiel für überflüssige Keywords an, im Wesentlichen ähnliche Seiten als Beispiel für Brückenseiten. Was das für Ortsseiten heißt, steht im Beitrag Website mit KI erstellen. Mein Rat: Nenne Dein Einsatzgebiet klar auf Leistungs- und Kontaktseite, statt fast gleiche Seiten für jeden Ort anzulegen.

Search Console: Bei welchen Suchen Deine Website schon erscheint

Hat Deine Website schon einige Monate Daten gesammelt, zeigt die Search Console, bei welchen Suchanfragen Google Deine Seiten eingeblendet hat. Das ist die Gegenprobe zur Liste aus dem Planer. Wie Du sie einrichtest, erklärt die Einführung in die Google Search Console.

  1. Leistungsbericht öffnen. Er zeigt standardmäßig Klicks und Impressionen der letzten drei Monate (Search-Console-Hilfe). Impressionen zählen, wie oft eine Deiner Seiten in den Ergebnissen auftauchte.
  2. Tab „Abfragen“ wählen. Dort stehen die Suchanfragen, über die Deine Seiten erschienen sind. Über den Datumsfilter wählst Du einen längeren Zeitraum.
  3. Abgleichen. Hake auf Deiner Liste ab, welche Begriffe schon Impressionen haben und welche fehlen. Viele Impressionen bei wenigen Klicks zeigen Seiten, die gefunden, aber selten angeklickt werden.
  4. Nicht selbst nachgoogeln. Steht ein Begriff im Bericht, findest Du Dich bei einer eigenen Suche trotzdem nicht unbedingt. Google stimmt die Ergebnisse auf Uhrzeit, Ort, Gerät und Suchverlauf ab (Search-Console-Hilfe).

Keyword-Liste ordnen: ein Hauptbegriff, eine Seite

Nach der Keyword-Analyse im Planer hat Deine Liste Mengen. Ordne sie wie ein Leistungsverzeichnis: Jede Position bekommt genau eine Seite, die sie beantwortet. Behandeln zwei Deiner Seiten denselben Begriff, können sie bei Google miteinander konkurrieren; Fachleute nennen das Kannibalisierung.

  1. Nach Absicht sortieren. Teile die Begriffe in Gruppen: Betriebssuche, Notfall, Schaden, Preis und Frage. Wer einen Betrieb sucht, braucht eine Leistungsseite mit Einsatzgebiet und Telefonnummer. Bei Notdienst-Suchen gehört die Nummer ganz nach oben. Preisfragen beantwortet eine Kostenseite oder ein Online-Rechner für Handwerker.
  2. Hauptbegriff je Seite festlegen. Wähle den passenden Begriff mit dem größten Volumen, dazu zwei oder drei Varianten. Er gehört in Seitentitel, Hauptüberschrift und die Beschreibung im Suchergebnis. Wie Du diese schreibst, zeigt der Ratgeber zu Meta Description und Seitentitel.
  3. Fragen zuordnen. Fragen aus dem Kasten „Ähnliche Fragen“ und aus Deinen Anfragen beantwortest Du auf der passenden Leistungsseite oder in einem eigenen Ratgeber.
  4. Natürlich schreiben. Wer dasselbe Wort immer wieder einbaut, ermüdet Leser; das Vollstopfen mit Keywords zählt Google außerdem zu den Verstößen gegen seine Spam-Richtlinien (SEO-Startleitfaden). Schreib so, wie Du es einem Kunden am Telefon erklären würdest.

Einen Platz bei Google sichert auch eine gute Liste nicht; ein Geheimrezept für den ersten Platz gibt es laut Google nicht. Mit ihr sprechen Deine Seiten die Wörter, die Deine Kundschaft eintippt.

Häufige Fragen zur Keyword-Recherche

Kann ich SEO selber machen?

Die Grundlagen ja. Eine Keyword-Liste, eine Seite je Leistung, ein gepflegtes Unternehmensprofil und der Blick in die Search Console sind für einen Betrieb machbar. Zeit kosten vor allem gute Texte. Technik wie Ladezeit oder Weiterleitungen nach einem Umbau verlangt mehr Fachwissen. Wie schnell Deine Seiten laden, prüfst Du selbst mit PageSpeed Insights.

Was ist ein Longtail-Keyword?

Ein Longtail-Keyword ist eine längere, genauere Suche aus mehreren Wörtern. „klempner notdienst kosten“ kam laut Google-Ads-Daten auf 140 Suchen im Monat, „klempner“ allein auf 18.100. Solche Suchen sind klein, aber eindeutig: Wer so sucht, hat einen Notfall und will vorher den Preis wissen. Eine Seite, die genau das beantwortet, passt besser als eine allgemeine.

Brauche ich für jede Schreibweise eine eigene Seite?

Nein. Für „klempner notdienst“ und „klempner-notdienst“ meldet der Planer dieselbe Zahl, 1.600 Suchen im Monat. Google fasst ähnliche Varianten in einem Wert zusammen (Google-Ads-Hilfe). Solche Schreibweisen gehören auf dieselbe Seite. Eine eigene Seite lohnt erst bei einem eigenen Anliegen: Notdienst, Badumbau und Preisfrage sind drei Anliegen, nicht drei Schreibweisen.

Wie oft sollte ich die Keyword-Recherche wiederholen?

Mein Rat: einmal im Jahr und immer dann, wenn Du eine neue Leistung anbietest oder ein neues Gebiet bedienst. Dazwischen genügt die Search Console. Google empfiehlt, dort etwa einmal im Monat oder nach Änderungen an der Website nachzusehen (Google Search Central). Neue Suchanfragen erscheinen dort, sobald Google Deine Seiten dafür einblendet.

Stand der Anleitung: geprüft am 31. Oktober 2026 an der Google-Ads-Hilfe, der Search-Console-Hilfe, der Google-Suche-Hilfe und an Google Search Central. Heißt ein Menüpunkt inzwischen anders, richte Dich nach der jeweiligen Hilfeseite.